Geschichte 1963

Bemerkenswert sind einige Beschlüsse der Jahreshauptversammlung, die bis heute wirken, sowie ein Frühschoppen (Poggekopp?), bei dem ein Mettwurstessen dokumentiert ist, vermutlich das einzige Mal seit 1960 ohne den beliebten Schweinekopf.

Sonntag 27.01.1963: Patronatsfest und Jahreshauptversammlung

Wie immer begann das Patronatsfest mit Festhochamt (mit Generalkommunion). Anschließend gab es das Frühstück  (70 Personen zu 2 DM; übrigens waren auch Einnahmen von 76 DM zu verzeichnen) bei Lemmen.

In der Jahreshauptversammlung gab es die üblichen Punkte Begrüßung, Jahres- und Kassenbericht. Die Kassenprüfung fand wie in den Vorjahren während der Versammlung statt, durch die dort bestellten 2 Kassenprüfer. Statt dem kommissarischen Kassenprüfer wurde Hans Bloemers als 1. Kassierer gewählt.
In diesem Jahr wurden die Kassenprüfer für das kommende Jahr gewählt, und es wurde beschlossen, die Kassenprüfung vor der Jahreshauptversammlung durchzuführen. Kassenprüfer werden für 2 Jahre gewählt, und aus der Praxis ließ sich erkennen, dass jedes Jahr ein Prüfer bleibt, einer wird neu gewählt.
Als Fahnenoffizier wurde Erwin Bollen gewählt. Außerdem wurde ein Vorschlag, einen 5. Brudermeister zu wählen, abgelehnt (4 sind genug).

Erwähnt werden auch schon die Jungschützen.

Ein weiterer wichtiger Punkt wurde beschlossen. In Jahren, in denen keine Bruderschaft der Pfarrgemeinde einen König ausschießt, findet ein gemeinsames Schützenfest erst nach Aussprache mit den anderen Bruderschaften statt. Bedeutet, dass es schon eine gute Kommunikation der 3 Pfarr-Bruderschaften bestand.
Matthias Theis wurde nachträglich für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Der Schießsport, insbesondere der jungen Schützen, soll aktiviert werden, allerdings ohne nähere Angaben.

Präses Hebing sprach zum Gründungsgrund von Bruderschaften. Der eigentliche Grund, das Volk zu schützen, sei durch die Wehrmacht entfallen. Geblieben ist das Einstehen für Kirche, Glaube und Sitte sowie die vereinigung von Männern zur Pflege der Gemeinschaft. „Der rechte Schützenbruder sollte auch gerade beim Vergnügen Sitte und Anstand nicht vergessen. Der Schützenbruder solle auch am Werktag für christl. Sitten und für seinen Glauben eintreten. … Für den heutigen Abend wünschte er allen Schützenbrüdern mit ihren Frauen und Bräuten recht viel Freude und Harmonie.“

Bedankt wird auch dem Beitragskassierer Franz Heyrichs für seine Mühevolle Arbeit. Damals wurden die Beiträge noch bar und persönlich eingesammelt. Übrigens bekam Heyrichs Botenlohn, in 1963 knapp 100 DM.

Abends versammelten sich die Familien zum Schützenball, „der alle in froher Stimmung vereinte“. Es wurde auch getanzt.

Montag, 28.01.1963: Frühschoppen

Nach der Messe für die verstorbenen und gefallenen Schützenbrüder begann der Frühschoppen, während dem „nach allgemeinen Wunsch ein Mettwurstessen stattfand“. Es gab schon das auch heute noch üblich Gaststätten wechseln.

Erwähnt werden im Protokoll noch ein Preisschießen in der Frühjahrs-Fastenzeit sowie im Advent. sowie eine Vorstandssitzung.

An folgenden Veranstaltungen nahm die Bruderschaft mit Fahnenabordnung teil:

  • Erstkommunion an Christi Himmelfahrt
  • Fronleichnamsprozession
  • Pfarrprozession am Feste Peter und Paul
  • Wallfahrt nach Kevelaer. Das Trommlerkorps Aldekerk bekam 100 DM wg. der Begleitung.
  • Christkönigsfest, es sind 30 Frühstücke belegt.
  • Feier des ewigen Gebetes
  • Bundeskönigsschießen am 28./29.09.63

Die Toten des Jahres waren Willi Stahl, Bernhard Dahlhaus und Josef Tillmanns

Übrigens wurden für den Zentralverband 102 Mitglieder abgerechnet, für die Haftpflichtversicherung 110.

 

 

Quelle: Protokollbuch der Bruderschaft von 1955 – 1968, S. 60 – 63.
Zusammengefasst durch Ulrich Neffe.