Geschichte 1926 und 1927

Für diese beiden Jahre gibt es ein Protokollbuch der St. Paulus-Bruderschaft Aldekerk. Daraus geht hervor, dass es vorher einige Zeit keine Aktivitäten gab.

Nach einer uns vorliegenden Plakette der Königskette gab es das letzte Schützenfest vorher 1922. In den Jahren 1926 und 1927 gab es jeweils ein Schützenfest.

Die nächsten Dokumente stammen aus 1934.

Protokoll 1926 und 1927

Geschichte der Bruderschaft

Entstehung der Bruderschaften in Aldekerk

von Franz Hoever (verstorben)

Durch Plünderung und Brandschatzungen wurden zum Schutz der Bevölkerung am Niederrhein Bruderschaften gegründet. Dieses geschah im 14. Jahrhundert.

Im Jahre 1408 wurde im Beisein des Herzoges Reinald von Geldern der Überlieferung nach „Op den Doulen“ ein Vogelschießen durchgeführt. Der Herzog wurde zuvor an der Dorfgrenze mit seinen Knappen und Gefolge abgeholt und von allen Schützen zum Schießplatz geführt. Mit der Armbrust tat er den Ehrenschuss. Nach hartem Kampf gelang es Jean Doulen, mit dem Königsschuss den Vogel von der Stange zu holen. Zur Königin erwählte er seine Frau Gritsche. Nach einem feierlichen Umzug durch den Ort, bei dem das Königspaar auf einer „Hufkarre“ Platz gefunden hatte, begann auf der Festwiese ein reges Treiben. Der Herzog selbst eröffnete die Festlichkeit durch den Ehrentanz mit der Königin. Beim Abschied verehrte der Herzog der Bruderschaft einen Silbervogel für die Königskette.

Nach dem 1. Weltkrieg gab es in Aldekerk 2 Bruderschaften. Diese schlossen sich zur noch jetzt bestehenden „Vereinigte St. Sebastianus- und St. Paulus-Bruderschaft Aldekerk“ zusammen. Die eigentliche Gründung und Weihe erfolgte am 12.8.1934.

Im Jahr 2011 wurde die Bruderschaft umgewandelt in einen eingetragenen Verein.

Geschichte 1959

Sonntag 25. Januar 1959: Patronatstag

Gestartet wurde mit Festgottesdienst und „gemeinschaftlicher hl. Kommunion der Schützenbrüder“.

Dem folgte das Frühstück und die Generalversammlung. Der 1. Vorsitzende Willy Schoepkens begrüßte u.a. Pfarrer Lingnau und Ehrenvorsitzenden Johannes Ackermanns. Es folgen Jahres- und Kassenbericht. Als Kassenprüfer wurden Hubert Koelen und Albert Kleinmanns gewählt, die auch sofort ihrer Aufgabe nachkamen. Der Kassierer Willi Winkels hatte ordentlich gearbeitet.

Ein Rückblick gab es auf des erfolgreiche Schützenfest, und dazu reichlich Dankesworte. „Seine [1. Vorsitzender] besondere Achtung gebührte … den Jungschützen unter dem Kommando von Oberst Martin Gielen für das disziplinierte Verhalten während der Festtage.“

Dann gab es Vorstandswahlen unter Versammlungsleiter Hermann Lemmen.  Wieder gewählt wurden schnell:
I. Vorsitzender Willy Schoepkens
II. Vorsitzender Hans Keinmanns
I. Schriftführer Jakob Kleinmanns
II. Schriftführer Matthias Theiss
I. Kassierer Willi Winkels
II. Kassierr August Bonge.
„Als Brudermeister blieben die Schützenbrüder Anton Ibes, Matthias Theiss und Hubert Koelen weiter in ihrem Amt.“ Für den Fahnenoffizier Jakob Koelen, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war, wurde Hans Bloemers als Nachfolger bestimmt. Auch ersetzt wurde der Major. Für den beruflich angespannten Paul Büns kam Matthias Dammer.

Seitens des Vorsitzenden wurde vorgeschlagen, den monatlichen Beitrag auf 1 DM zu erhöhen. Auf Vorschlag von Heinz Schöpkens wurden 0,50 DM beschlossen. Matthias Kleinmanns berichtete über die finanzielle Situation der Erzbruderschaft Köln. Und er bat um einen erhöhten Beitrag für die Zeitschrift „Der Schützenbruder“.

Dann kam die Matthias-Schmetter-Gedenkmedaille zur Sprache, deren Entwurf beim Einkehr- und Delegiertentag in Nieukerk vorgestellt werden soll. Schmetter aus Issum war Gründer des ehem. Kreisbundes der historischen Bruderschaften im Kreis Geldern. In einer Hutsammlung wurden 35 DM aufgebracht.

Anschließend berichtete Matthias Kleinmanns ausführlich über das Jubiläumsschützenfest und überreichte eine ausführliche Informationsmappe an den Vorsitzenden. Er erhielt ausführlichen Beifall. Im Auftrag des Schützenkönigs Werner I. gab es eine Bier-Runde.

Nach einigen Worten des Präses endete die Versammlung um 11:40 Uhr.

Abends gab es wieder die obligatorische Veranstaltung im Saale Wiegels-Thören, die sehr gut besucht war. Es war eigentlich wieder eine Karnevalsveranstaltung.

Montag, 26. Januar 1959: Frühschoppen

Nach der Messe für die Verstorbenen „trafen sich einige wenige Schützenbrüder im Vereinslokal zum Frühschoppen. Hier wurde ein alter Brauch aus früheren Jahrzehnten wieder ins Leben gerufen. Durch die vielen Stiftungen von Freunden und Gönnern war es möglich, den gesamten Verzehr gratis zu gestalten. Auch wurde der alte Brauch wieder aufgenommen, die Zusammenkunft solange auszudehnen, bis die Kerze erloschen war. Wie man hörte, sollen einige Schützenbrüder nur schlecht den Heimweg gefunden haben.“

Weitere Veranstaltungen:

  • Einkehr- und Delegiertentag in Nieukerk, mit wenigen Mitgliedern, im März
  • Generalversammlung in Köln mit Willy Schöpkens, Matthias Theiss, Matthias Kleinmanns und Heinz Schöpkens.
  • Königinnentag in Raesfeld in Westfalen, mit einer Abordnung und dem Königspaar. Gesponsert durch Hans Georges und Hubert Holla.
  • Grosse Wallfahrt nach Trier, vorbereitet durch Matthias Kleinmanns. Hauptsächlich jüngere Schützenbrüder, der 1. Vorsitzende war mit der Eisenbahn vorgefahren. Die Wallfahrt fand zusammen mit Teilnehmern aus Wachtendonk, Issum und Rheurdt statt. Abends gab es die Verehrung des hl. Rock. Die Prozession dahin fand mit weit über 500 Schützenbrüdern statt.
  • 500-jähriges Jubelfest der hl. Antonius-Bruderschaft Rahm aus Anlass der Herbstkirmes. „Die Bruderschaft hatte selbst keine Veranstaltung, jedoch waren die Schützenbrüder zu dem von der Vereinswirtin Frau van Vorst veranstalteten Schützenball fast restlos erschienen.“
  • Die Bruderschaft stellte zum ersten Mal den Dekanatskönig, Werner Piepers. Er nahm am Bundesschützenfest im Oktober in Euskirchen statt und wurde von einer stattlichen Anzahl Schützenbrüder begleitet. Es war wohl ein sehr großes Fest. „Es wäre wünschenswert, dass auch in ferneren eiten sind ie Bruderschaft entschliessen könnte, an diesen überörtlichen Veranstaltungen teilzunehmen.“

Das Christkönigsfest der Pfarrbruderschaften begann mit Messe und ging mit kleinem Frühstück weiter. Nachmittags gab es in Hartefeld das Dekanats-Jungschiessen. „Erstmals stellte auch unsere Bruderschaft eine Mannschaft, welche sich aus den Jungschützen Franz-Josef Mathes, Hermann-Josef Hoever, Werner Hoever, Hans Winkels, Paul-Heinz Roosen, Norbert Kouker und Jans Jakob Lamers zusammenstellte. Der Schtzbr. F.J. Mathes errang die goldene Schießnadel, Schtzbr. H.J. Hoever die silberne Schiessnadel und die Mannschaft den II. Platz im Kleinkaliber-Mannschaftsschiessen.“

Im Advent gab es ein Preisschießen mit reger Beteiligung. 1. Preis Hans Winkels, 2. Peter Keltjens, 3. Math. Kleinmanns, 4. Norbert Kouker, 5. Hermann Lemmen, 6. Albert Kleinmanns.

Im Laufe des Jahres fanden vier Vorstands- und Offiziers-Besprechnungen statt. Weiter nahm die Bruderschaft an allen besonderen kirchl. Feierlichkeiten sowie an den üblichen weltl. Veranstaltungen teil.

 

Quelle: Protokollbuch der Bruderschaft von 1955 – 1968.
Zusammengefasst durch Ulrich Neffe.

Geschichte 1958

Sonntag, 26. Januar 1958: Patronatsfest

Zunächst gab es wieder den obligatorischen „Gottesdienst“ (Hochamt) mit Festpredigt und gemeinsamer hl. Kommunion. Danach wird von zahlreichen Teilnehmern am Patronatsfest geschrieben.

Sitzungsort war das Vereinslokal van Vorst. Die JHV begann mit dem Frühstück. Der 1. Vorsitzende Willy Schöpkens begrüßte die erschienenen Schützenbrüder, insbesondere den Präses Pfarrer Lingnau sowie den Ehrenvorsitzenden Johannes Ackermanns. Dem verstorbenen Schützenbruder Willy Kempkes wurde gedacht. Es gab Jahresbericht und Kassenbericht durch Schriftführer und Kassierer. Beiden wurde zugestimmt. Als Kassenprüfer wurden Heinz Kleinmanns und Josef Titulaer gewählt und erteilten nach Kassenprüfung dem Kassierer Entlastung.

Unter Vorstandswahlen wurde zunächst beschlossen, die Wahlen alle 3 Jahre durchzuführen.

Nächster Punkt war die Vertretung des Königs bei Verhinderung durch einen Ersatzmann bzw. Kettenträger. Dieser Punkt wurde auf die Zeit nach dem nächsten Schützenfest vertagt.

Dann stand das Jubiläumsschützenfest im Mittelpunkt. Anfang März sollte eine öffentliche Versammlung mit Einladung an die Gemeinde stattfinden. Das  sollte möglichst weite Kreise interessieren. Der Festausschuss sollte mit den Vorarbeiten beginnen.

Begrüßt wurde nun der Dekanats-Bundesmeister Heinrich Sommer aus Nieukerk. Er hielt eine Vortrag zur Geschichte der Bruderschaft. Im folgenden Delegiertentag in Nieukerk sollte das Aldekerker Jubiläum im Mittelpunkt stehen.

Am Abend fand das Familienfest in Form eines bunten Karnevalstreibens statt. Das heißt: Büttenreden, Stimmung, Tanz.

Hier endet die Protokollierung für das Jahr 1958. Die folgenden 9 Seiten des Protokollbuches sind leer.

Allerdings gibt es verschiedene Unterlagen zum Schützenfest. Auch das Festbuch ist sehr aussagestark.

Schützenkönig war Werner Piepers, die Königin seine Frau Agnes. Minister Karl Horten nahm Margret Mevissen als Hofdame, spätere Ehefrau. Minister Karl-Heinz Kleinmanns wählte Betty Kellings.

Samstag, 6. September 1958: Historisches Maienfahren
Sonntag, 7. September 1958:

  • Kirchgang der drei Bruderschaften der Gemeinde
  • Jubilarehrung im Festzelt
  • Frühschoppen mit Tanz
  • Empfang der auswärtigen Bruderschaften, Dekanatsbruderschaften Geldern und Bruderschaften der Festung Wachtendonk und des alten Kirchspiels Aldekerk
  • Festzug
  • Festliche Veranstaltung auf dem neuen Schulhof mit Empfang des Herzogs von Geldern, anschl. Fahnenschwenken
  • Festumzug zum Festzelt
  • Schützenball

Montag, 8. September 1958:

  • Frühschoppen unter Mitwirkung des Gesangvereines „Deutscher Liederkranz“ und des Trommlerkorps Aldekerk
  • Abholen des Jubelkönigs und weiterer Personen
  • Antreten der geselligen Vereine
  • Vorbeimarsch
  • Festball aus Anlaß des „Tag der Heimat“

Dienstag, 9. September 1958:

  • Antreten der Bruderschaft zum Abholen des Königspaares mit Gefolge
  • Schützenzug
  • Parade, anschließend im Festzelt großer Königsgala-Ball

Quelle: Protokollbuch der Bruderschaft von 1955 – 1968.

Zusammengefasst durch Ulrich Neffe.